Offenbar
verhandelt der Mainboard-Hersteller Foxconn mit ASUS über die Übernahme des jüngst ausgegliederten Tochterunternehmens Pegatron. Pegatron galt als Mainboard-Hersteller mit einem Volumen von rund 46 Millionen Einheiten als weltweit
größter Auftragshersteller vor Foxconn mit 45 Millionen Platinen.
ASUS arbeitet schon seit einiger Zeit an einer Restrukturierung des eigenen Geschäftes. Das Unternehmen hatte dazu zwei neue Unternehmen Unihan als Elektronik-Baugruppen-Hersteller und Pegatron als Mainboard-Hersteller gegründet. Zusätzlich wurden in den letzten Monaten Informationen bekannt, laut denen ASUS die eigene
Notebook-Herstellung schrittweise an Foxconn ausgliedert. Letzten Berichten zufolge soll noch 2009 der Anteil fremdgefertigter Laptops auf 50 Prozent ansteigen.
Auf dem Markt könnte damit die Verteilung der Anteile noch ungleichmäßiger ausfallen. Gleichzeitig ist die Konsolidierung am hart umkämpften Mainboard-Geschäft eine logische Folge des jahrelangen Preiskampfes. Auch bei MSI waren in den letzten Monaten Gerüchte über eine
Ausgliederung der eigenen Motherboard-Fertigung an Flextronics laut geworden.
Während Foxconn sich damit immer stärker als Komponenten-Hersteller für PC-Teile wie Mainboards und Grafikkarten positioniert, scheinen die traditionell großen Namen im Retail-Geschäft, wie ASUS zweifelsfrei einer ist, einen neuen Weg zum reinen Marken-Unternehmen zu beschreiten. Demnach könnten die einst bekannten Hersteller einen ähnlichen Weg wie Apple oder Dell gehen, die schon längst ihre Produktion aus betriebswirtschaftlicher Sicht an andere Hersteller übergeben haben. Für sie ergibt sich damit zwar sowohl eine geringere Fertigungstiefe und damit auch geringere Margen, aber gleichzeitig die Möglichkeit, die stärke der eigenen Marke auch in anderen Marktbereichen auszuspielen, ohne die hohen Kosten für die Fabriken tragen zu müssen.
[rl]