Spätestens seit NVIDIAs CUDA und mit den Vorabinformationen zu Intels Larrabee ist GPGPU in aller Munde. AMD zeigte sich allerdings diesbezüglich zuletzt eher zurückhaltend und
verwies an dieser Stelle auf die zukünftigen Schnittstellen OpenCL und DirectX 11. Nichtsdestotrotz hat sich der Hersteller nun anschreiend doch für die Weiterentwicklung seines AMD Stream SDK entschieden. Die Veröffentlichung der neuen Stream Version 1.3 findet hierbei medienwirksam zeitgleich mit dem Release des Dezember Catalyst 8.12, welcher über eine neuen Video-Encoder verfügen wird, am 10.Dezember statt.
Das ATI Stream SDK (der Nachfolger von CTM-Close to the Metal) ist ein Paket, bestehend aus dem Compiler Brook+ und der low-level-Schnittstelle CAL (Compute Abstraction Layer). Die Brook-Programmiersprache ist hierbei stark an C/C++ Syntax angelehnt. CAL stellt die Schnittstelle zwischen Brook+ und der Hardware dar und kann bei Bedarf auch direkt in Assembler programmiert werden. Welche Neuerungen vom neuen ATI-Stream zu erwarten sind ist derzeit noch unklar. Zwar nennt AMD an dieser Stelle die Unterstützung der AMD Radeon HD 3000 und HD 4000 Serie als neues Feature. Allerdings war bereits bei den vorangegangen AMD-Stream-Versionen eine Unterstützung sämtlicher GPUs auf Basis des R600 (ab Radeon HD 2000 Serie) gegeben.
Weitaus mehr Interesse als die neue Entwickler-Schnittstelle dürfte aber wohl in Anwenderkreisen der im Catalyst 8.12 wiederbelebte Video-Encoder wecken. Neben MPEG-2 kann der
AVIVO Video Converter auch das Encoding von H.264 über die Grafikkarte beschleunigen. Der Kodiervorgang von längeren HD-Videos benötigt heutzutage selbst auf starken Prozessoren mehrere Stunden und kann durch den Einsatz der Grafikkarte und deren massiv parallelen Rechenpower deutlich beschleunigt werden. Ein HD-Video-Encoder für NVIDIA-Karten existiert bereits des längeren in Form des Badaboom-Media-Converter, welcher allerdings nicht kostenlos erhältlich ist. Man darf gespannt sein wie NVIDIA auf diese Neuigkeiten reagieren wird, hatte man Badaboom trotz dessen kostenpflichtigkeit in der Vergangenheit doch stark beworben.
[ls]